Pooldienst in der KV Bayern 11 Monaten ago

In Bayern als Poolärztin oder Poolarzt tätig werden? Welche technischen Voraussetzungen sind dafür notwendig sind und wie erfolgt die Abrechnung der Leistungen?

In Bayern können auch Nicht-Vertragsärzte am organisierten Ärztlichen Bereitschaftsdienst teilnehmen, soweit und solange sie eine Kooperationsvereinbarung mit der KVB schließen. Diese sogenannten „Poolärzte“ können freie Bereitschaftsdienste übernehmen und entlasten somit Vertragsärzte und Medizinische Versorgungszentren, die zur Teilnahme am Ärztlichen Bereitschaftsdienst verpflichtet sind. Die Poolärzte erbringen selbständig ärztliche Leistungen und erhalten von der KVB eine eigene Abrechnungsnummer, über welche sie selbst die erbrachten Leistungen nach EBM abrechnen.
Informationen der KVB zum Pooldienst

 

VORAUSSETZUNGEN

Um als Poolarzt in der KVB Leistungen abrechnen zu können, sind ein paar vorbereitende Schritte erforderlich. Erfüllen Sie die Voraussetzungen der KVB zur Teilnahme am organisierten Ärztlichen Bereitschaftsdienst, können Sie einen Antrag auf freiwillige und selbständige Teilnahme stellen. Unter bestimmten Umständen kann zusätzlich ein Antrag auf strukturelle Förderung der Teilnahme gestellt werden, die eine einmalige Aufwandsentschädigung in Höhe von 1.500 Euro zur Anschaffung der notwendigen Ausstattung beinhaltet.

 

Arztnummern

Sollen für gesetzlich Versicherte Leistungen abgerechnet werden, müssen diese mit einer lebenslangen Arztnummer (LANR) und einer Betriebsstättennummer (BSNR) gekennzeichnet werden. Diese beiden Nummern erhalten Sie auf Antrag bei Ihrer zuständigen kassenärztlichen Vereinigung.

 

Arztsoftware

Da seit 2008 die Abrechnung gesetzlich Versicherter nur noch auf elektronischem Weg erfolgen kann, benötigen Sie eine Arztsoftware – am besten natürlich RED Medical. Damit verwalten Sie die von Ihnen behandelten Patientinnen und Patienten, dokumentieren Ihre erbrachten und abzurechnenden Leistungen und Diagnosen und erzeugen am Ende des Quartals eine elektronische Abrechnungsdatei (KVDT), die Sie anschließend im Mitgliederportal der KVB einreichen. Für privat Versicherten erstellen Sie Rechnungen und verwalten Ihre Zahlungseingänge.

Für den Not- und Pooldienst enthält das RED Basis-Paket alle notwendigen Funktionen. Die Service-Gebühr passt sich an Ihre Patientenzahlen an – hatten Sie in einem Quartal weniger Dienste, passen sich Ihre Software-Kosten entsprechend an.

 

Kartenlesegerät

Neue gesetzlich versicherte Patientinnen und Patienten werden normalerweise in der Arztsoftware angelegt, indem ihre Versichertenkarte über ein Kartenlesegerät eingelesen werden. Die Versichertenkarte dient dabei als als Nachweis des Versichertenverhältnisses. Um Versichertenkarten zu lesen, benötigen Sie daher ein mobiles Kartenlesegerät. Bei der Anschaffung ist darauf zu achten, dass das Lesegerät nicht nur von der Arztsoftware unterstützt werden muss, sondern auch vom Betriebssystem Ihres Rechners. Mit RED Medical können Sie alle von der Gematik zertifizierten Lesegeräte einsetzen.

Für das Betriebssystem Apple macOS stehen aber für einige Lesegeräte keine bzw. keine aktuellen Treiber mehr zur Verfügung, so dass diese Lesegeräte an Apple-Rechnern nicht betrieben werden können. An mobile Geräte wie Tablets und Mobiltelefone mit den Betriebssystemen iOS und Android können ebenfalls keine Kartenlesegeräte angeschlossen werden. Sollten Sie sich nicht sicher sein, ob Ihr Lesegerät an Ihren Rechner angeschlossen werden kann, oder welches Lesegerät Sie beschaffen sollen, hilft Ihnen unsere RED Hotline gerne weiter.

 

KV-Ident-Token

Um Ihre Abrechnungsdaten am Ende des Quartals sicher an die KVB zu übertragen, verwendet diese das KV-Ident-Verfahren. Um Ihre Identität zu überprüfen, müssen Sie sich beim Einloggen in das Mitgliederportal „Meine KVB“ mit Hilfe eines Einmal-Passworts identifizieren. Hierzu benötigen Sie ein kleines elektronisches Gerät, den „Token“, das Sie bei der KVB bestellen können. Der Token hat in der Regel eine Lieferfrist von einigen Wochen und sollte daher rechtzeitig vor Quartalsende bestellt werden.

KVB-Informationen zu KV-Ident

 

ABLAUF

Als Poolarzt arbeiten Sie im Sitzdienst einer Bereitschaftspraxis oder im Fahrdienst. Gesetzlich versicherte Patienten weisen in der Regel ihre bestehende Krankenversicherung durch Vorlage ihrer Versichertenkarte nach, die Sie in ihrem mobilen Kartenlesegerät einlesen. Liegt keine Versichertenkarte vor, oder sind Patienten privat versichert, notieren Sie deren Daten. Haben Sie einen Internetzugang, können Sie die Versichertenkarten auch direkt in RED Medical einlesen, die Daten der Patientinnen und Patienten direkt erfassen, und dazu auch Formulare drucken und Rezepte ausstellen. Sie später von zu Hause jederzeit  die erfassten Daten nachbearbeiten und auch die Abrechnung durchführen.

 

Datenerfassung

Gibt es im Bereitschaftsdienst keine Möglichkeit eines Internetzugangs, übertragen Sie nach dem Dienst zu Hause die Versichertenkarten aus Ihrem mobilen Lesegerät nach RED Medical oder legen Patienten manuell an. Für die angelegten Patienten dokumentieren Sie deren Diagnosen sowie die von Ihnen erbrachten Leistungen. Für gesetzlich versicherte Patienten verwenden Sie dazu Gebührenordnungspositionen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM), für privat Versicherte kommen die Gebührenordnungspositionen aus der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Diagnosen werden mittels ICD-10-Diagnosekodes verschlüsselt.

In RED Medical finden Sie passende Gebührenordnungspositionen und Diagnosen über die allgemeine Suche und ergänzen diese um erforderliche Angaben wie beispielsweise Uhrzeiten bei Leistungen oder die Diagnosensicherheit.

 

Abrechnung

Für privat versicherte Patientinnen und Patienten können Sie jederzeit Rechnungen erstellen und ausdrucken, oder wahlweise die Abrechnungsdaten gesammelt an eine privatärztliche Verrechnungsstelle übermitteln, die gegen Gebühr den Druck und die Versendung der Rechnungen sowie eventuelle Mahnungen für Sie übernimmt.
Für die gesetzlich Versicherten erstellen Sie nach Ende eines Quartals die Quartalsabrechnung – zu beachten ist die Abgabefrist, die in der Regel zehn Werktage nach Quartalsanfang endet. RED holt dazu zunächst alle abzurechnenden Patientinnen und Patienten auf Ihren lokalen Rechner, entschlüsselt deren Daten und prüft sie auf Fehler. Sind alle Daten korrekt, erstellt RED automatisch eine Abrechnungsdatei, prüft diese mit Hilfe des von der KBV bereitgestellten Prüfmoduls und versieht die Abrechnungsdatei zum Schluß mit einer Transportverschlüsselung. Anschließend können Sie die verschlüsselte Abrechnungsdatei über das elektronische Mitgliederportal der KVB einreichen.

Nach erfolgter Einreichung stellt Ihnen die KV die sogenannte Sammelerklärung aus, die Sie ausdrucken, unterschreiben und per Post an die KVB übermitteln. Nach Ende der Abgabefrist verarbeitet die KV die Daten, rechnet mit den Kostenträgern ab und stellt Ihnen dann ca. 1-2 Quartale später einen Honorarbescheid und Ihre Vergütung zur Verfügung.

Unsere RED Hotline hilft Ihnen gerne per Fernwartung bei der Durchführung der Abrechnung.