TI-Anschluss in Apotheken:
Wenn sich die Warenwirtschaft querstellt

Viele Apothekerinnen und Apotheker sind derzeit verunsichert. Vom Anbieter ihrer Warenwirtschaft liegt ein, oft sehr teures, Angebot für den Anschluss an die Telematik-Infrastruktur auf dem Tisch. Nun befürchten viele, dass ihr Warenwirtschaftsanbieter den Anschluss eines Fremdanbieters verweigern kann, wenn die Apotheke dessen eigenes Angebot ausschlägt.

Tatsächlich muss die Arzt- oder Apothekensoftware mit der Telematik-Infrastruktur verbunden sein, um Daten auszutauschen. Alle Aktionen, darunter zum Beispiel das Lesen einer Versichertenkarte, werden von dieser Software gesteuert. Dazu muss sie eine Schnittstelle bereitstellen, über die mit dem TI-Konnektor kommuniziert werden kann. Die Anforderungen sind von der gematik genau definiert und alle Konnektoren sowie Softwareprodukte werden in einem Zertifizierungsverfahren geprüft. Die Warenwirtschaft muss sich daher, wenn sie dieses Zertifikat erhalten hat, mit allen Konnektoren verbinden – unabhängig vom Anbieter und egal, ob diese lokal in der Apotheke oder beispielsweise in unserem Rechenzentrum stehen. 

Den Anschluss an einen Konnektor, der im Rechenzentrum steht, kann der Warenwirtschaftsanbieter technisch daher gar nicht verhindern. Und es stellt sich noch die Frage, ob, wann und in welchem Umfang diese Schnittstelle zwischen TI und Warenwirtschaft überhaupt benötigt wird. 

Aktuell ist die einzige Anwendung der TI das Versichertenstammdaten-Management. Damit werden in den Arztpraxen beim Einlesen der Versichertenkarte die Daten mit den Kostenträgern abgeglichen. Der Anschluss an das Warenwirtschaftssystem wird in der Apotheke erst wirklich benötigt, wenn das eRezept eingeführt wird. Bevor das aber in den Apotheken und Praxen zum Einsatz kommt, muss ein einheitlicher Standard festgelegt werden, und die Industrie muss die Hard- und Software entwickeln und testen. Selbst die dafür notwendigen Anforderungen und der Zertifizierungsprozess wurden bisher nicht einmal veröffentlicht. Die Erfahrung zeigt, dass mit einer Umsetzung daher nicht vor Ende 2022 zu rechnen ist. Ob es dann überhaupt noch Konnektoren gibt, ist ebenfalls sehr unsicher. Die Zertifikate der Konnektoren laufen ab und es wird bereits darüber gesprochen, die aktuelle Hardware durch eine softwarebasierte Lösung zu ersetzen. Mit RED telematik sind Sie auf jede dieser Entwicklungen vorbereitet.

Weil der Anschluss der Telematik an die Warenwirtschaft aktuell noch keinen Vorteil bringt,  haben wir mit RED apo eine eigene Softwarelösung für Apotheken geschaffen. Damit sind die zukünftigen Anwendungen eMP und NFDM ohne Schnittstelle zur Warenwirtschaft verfügbar. So erfüllt eine Apotheke alle Voraussetzungen der Erstattungsvereinbarung, ohne sich an teure Verträge zu binden, und spart sich darüber hinaus die Kosten für die Softwarepflege des Warenwirtschaftsmoduls. Die Ersparnis bei RED telematik gegenüber den Angeboten der Wettbewerber liegt bei über € 2.600,-.